»Bürger für Bürger«: Eine gute Idee geht ihrer WEGE

Neue Mitstreiter gesucht: Mitgliederzahl hat sich seit der Gründung im September 2012 bereits versiebenfacht

Wir werden immer älter, das wirft gerade in den Dörfern der Eifel immer mehr Probleme für ältere Menschen auf. Um hier in bestimmten Situationen zu helfen, hat sich vor sieben Monaten der Verein »Bürger für Bürger« gegründet. Die Bilanz bisher zeigt, dass der Schritt richtig war.

 

DAUN (hga).»Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir bisher erreicht haben«, sagt Gerd Becker, Vorsitzender des Vereins »Bürger für Bürger« stolz. Das können er und seine Mitstreiter im Vorstand des Vereins auch sein, hat sich doch die Mitgliederzahl kontinuierlich nach oben entwickelt und beträgt mit 150 nun das Siebenfache seit der Gründung im September 2012.

Der Verein »Bürger für Bürger« ist ein Ableger aus dem WEGE-Prozess in der Verbandsgemeinde Daun. WEGE steht dabei für »Wandel erfolgreich gestalten« und befasst sich mit dem demographischen Wandel in der ländlichen Region. Der Verein »Bürger für Bürger« bietet Hilfen für ältere Mitbürger an, und das reicht von der kostenlosen Beratung, Unterstützung und Erledigung von Schriftverkehr, begleitenden Fahrten zum Arzt, zur Apotheke, zum Einkauf oder zu Behörden bis hin zur Hilfe beim Möbelaufstellen oder Rasenmähen und Hecken schneiden. Auch Computerkurse für Mitglieder stehen auf der Agenda, und ab Mitte des Jahres soll in der Kita Gillenfeld sogar ein Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren angeboten werden.»Es gibt in ganz Rheinland-Pfalz keine ähnliche Organisation «, erklärt Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun.

Von September bis Dezember 2012 konnten schon 34 Arbeitseinsätze von Helfenden verbucht werden. »Für das Jahr 2013 rechne ich mit 400 bis 500 Arbeitseinsätzen«, sagt Gerd Becker. Hilfe anfordern und helfen kann nur, wer auch Mitglied des Vereins ist. Die Arbeitseinsätze der Helfenden müssen je nach Dienstleistung mit sechs bis neun Euro vergütet werden, wovon der Verein für sich nur 1,50 Euro einbehält. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus seinen Mitgliedsbeiträgen und dem Anteil für die Arbeitseinsätze, die Gelder werden dabei zur Finanzierung von Versicherungen, der Berufsgenossenschaft oder für Prüfgebühren verwendet. Alle Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich ohne eine Vergütung, ja bezahlen sogar selbst ihre anfallenden Auslagen. »Wir brauchen aber noch mehr Mitglieder, um uns finanziell über Wasser halten zu können«, so Becker. Wer hilft, kann sich seine Arbeit in bar bezahlen lassen oder ein Stundenkonto für später, wenn er mal selbst in einer hilfsbedürftigen Lage ist, anlegen.

Das Engagement des Vereins würdigt auch die Volksbank RheinAhrEifel bei ihrem Wettbewerb »Zukunftspreis Heimat«, bei dem der Verein »Bürger für Bürger« bei der Preisverleihung Mitte März aufs Siegertreppchen kommt und unter den ersten drei Preisträgern ist.

@Infos zum Verein auf der Homepage:

www.buerger-daun.de

 

Auto: Helmut Gassen, Wochenspiegel