Das Ziel lautet: Gegenseitige Hilfe auf dem Land


Der Verein Bürger für Bürger stellt sich heute, Montag, um 19 Uhr im Bürgersaal der Ortsgemeinde Strohn der Öffentlichkeit vor. Sein Ziel ist es, die alternde Gesellschaft in der Verbandsgemeinde Daun so miteinander zu vernetzen, dass generationenübergreifend Hilfe in Anspruch genommen oder angeboten wird.

Junge Menschen helfen Älteren: Das ist eines der Ziele des Vereins Bürger für Bürger, der heute vorgestellt wird.

Daun/Strohn. "Der Impulsvortrag des Journalisten Winfried Koesters mit dem Titel,Weniger, bunter, älter - Zukunft ist nicht die Fortsetzung der Vergangenheit' wird sicherlich sehr lebendig", verspricht Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun. Wichtig sei, dass sich die Menschen in der Region mit dem demographischen Wandel der Gesellschaft auseinandersetzen und Lösungen entwickeln, wie sie mit den damit verbundenen Fragen umgehen.

"Der im Juni gegründete Verein Bürger für Bürger ist eine Antwort auf die Probleme einer alternden Gesellschaft", sagt Gerd Becker, Vorsitzender des Vereins. Geplant sei, dass Vereinsmitglieder anderen Vereinsmitgliedern etwa bei Gartenarbeiten helfen oder sie zu Arztterminen begleiten. Die Angebote richten sich aber nicht nur an Rentner, auch junge Familien können sie in Anspruch nehmen, etwa für die Betreuung der Kinder. "Der Verein will Versorgungslücken schließen und generationenübergreifend kooperieren", sagt Karl Otto Wirth, stellvertretender Vorsitzender.

"Wir wollen aber keine Konkurrenz zu professionellen Anbietern, beispielsweise Pflegedienstleistern oder Handwerkern, sein", betont Hermann Condné, erster stellvertretender Vorsitzender. Wer Leistungen des Vereins in Anspruch nehme, müsse dafür 8,20 Euro für jede Stunde zahlen. Der Helfer bekomme davon entweder 6,80 Euro je Stunde, oder er lässt sich seine erbrachte Arbeitszeit auf ein Lebenszeitkonto gutschreiben. Aus der Differenz hieraus sowie den Mitgliedsbeiträgen werden die anfallenden Versicherungskosten, Verbandsbeiträge und Verwaltungskosten bezahlt. Bislang hat der Verein 31 Mitglieder.
Die Verbandsgemeinde Daun unterstützt die Gründung mit 2000 Euro und stellt ein Büro.

Der Verein ist aus dem Wege-Projekt der Verbandsgemeinde Daun hervorgegangen. Wegesteht für "Wandel erfolgreich gestalten", das Teil des Leader-Programms der EU ist, mit dem die Entwicklung im ländlichen Raum gefördert werden soll. Ziel ist es, die alternde Gesellschaft auf den sich abzeichnenden Wandel vorzubereiten. "Das geht nur, wenn wir gesund und in einem optimalen Umfeld zuhause altern können", erklärt Klöckner. Deshalb sei auch die enge Kooperation der Seniorenräte in den Ortsgemeinden mit dem Verein sehr wichtig.

Meinung
Voneinander profitieren
Die Deutschen sind Weltmeister im Gründen von Vereinen. Meist fragt man sich, wieso braucht es denn diesen Club auch noch. Das hat doch gar nichts mit mir zu tun. Anders beim Verein Bürger für Bürger: Jeder will möglichst von der Wiege bis zur Bahre in seinen eigenen vier Wänden leben. Oft funktioniert das nicht. Weil einem die weit entfernt wohnenden Kinder das Rasenmähen und das Einkaufen nicht mehr abnehmen können, weil man nicht mehr selbstständig zum Arzt kommt oder weil man nicht vereinsamen will. Auch junge Familien brauchen gelegentlich Hilfe. Etwa weil ihnen im Dorf eine Kinderbetreuung fehlt. Der Verein hat es verdient, dass er viele Mitglieder bekommt. Damit Jung und Alt voneinander profitieren und miteinander alt werden. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Extra
Der Verein Bürger für Bürger ist im Juni in Gillenfeld gegründet worden. Er hat seinen Sitz in Daun. Einzelpersonen zahlen einen Jahresbeitrag von 24, Paare von 36 Euro. Ansprechpartner ist der Vorsitzende Gerd Becker, Telefon 06592/3517 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

itz