Sorgende Gemeinschaften: In der Dauner Region wird die Zukunft unseres Zusammenlebens entwickelt.

Der Verein Bürger für Bürger e.V. wird für ein höchst innovatives Konzept mit einer Förderung im bundesweiten Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“ ausgezeichnet.

logoWie wollen wir künftig zusammenleben, in Zeiten, in denen uns der demographische Wandel vor große Herausforderungen stellt? Wie können wir die Ideen und Potentiale der Menschen vor Ort in einer Weise stärken, fördern und wertschätzen, dass diese sich tatkräftig und mit Begeisterung engagieren? Für viele Menschen, auch im ländlichen Raum der Verbandsgemeinde Daun, wird es immer schwieriger, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können und an einer gewachsenen Gemeinschaft von Jung und Alt teilzuhaben. Zudem verändern sich generationenübergreifende, innerfamiliäre und nachbarliche Strukturen, sodass bewährte Formen der gegenseitigen Hilfe weniger werden.

Was in Daun nun entwickelt und aufgebaut wird, könnte bald auch in ganz Deutschland Modell für ein verändertes Zusammenleben in den ländlichen Regionen werden.

 

Sorgende Gemeinschaften als Zukunftsmodell

Der Verein Bürger für Bürger e.V., der bereits sehr erfolgreich ein Netzwerk gegenseitiger Hilfe in der Verbandsgemeinde Daun aufgebaut hat und rege betreibt, wird zu einer Rückgratorganisation ausgebaut. Deren Ziel ist es, in den Gemeinden den Aufbau sogenannter Sorgender Gemeinschaften nachhaltig zu fördern und zu unterstützen. Als Sorgende Gemeinschaften bezeichnet man den Zusammenschluss von Menschen vor Ort, die eigenverantwortlich und aktiv die Zukunft ihres Zusammenlebens gestalten. In Zeiten, in denen der Staat sowie professionelle Dienstleister nicht mehr allumfänglich Hilfen gewährleisten können, sind die Bürgerinnen und Bürger zunehmend gefordert, die sozialen und gesellschaftlichen Beziehungen selbstverantwortlich auszubauen und zu stärken. Hierfür liegen in der Eifel exzellente Potentiale.

Auszeichnung im Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“

Die Verbandsgemeinde Daun zählt zu den 50 ausgewählten Orten in Deutschland, in denen das bürgerschaftliche Engagement in den kommenden drei Jahren eine ganz besondere Rolle spielen wird. Das hat die Jury des bundesweiten Netzwerkprogramms „Engagierte Stadt“ entschieden. Die Teilnahme an dem Programm ist mit jeweils bis zu 50.000 Euro dotiert.
Fünf große Stiftungen, ein Unternehmen und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördern das Programm mit über drei Millionen Euro. Die Besonderheit: Erstmals fließen solche Fördermittel nicht in einzelne Leuchtturmprojekte. Gefördert wird ausschließlich der Aufbau von Kooperationen und Netzwerken vor Ort. Es geht darum, dauerhafte Strukturen zu entwickeln, an denen die Kommunen, die gemeinnützigen Organisationen und die Wirtschaft gemeinsam beteiligt sind.
Bewerben konnten sich zivilgesellschaftliche Organisationen aus Städten und Gemeinden zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern. Aus insgesamt 273 Bewerbungen wählte eine Jury in einem zweistufigen Auswahlverfahren die 50 besten Konzepte aus. Wichtig war dabei der Nachweis, dass die Organisationen mit anderen relevanten Akteuren vor Ort zusammenwirken.
Auf die Teilnehmerorganisationen warten nicht nur Fördergelder (zwischen 46.000 und 50.000 Euro pro Standort), sondern eine breite Palette an Beratung und Begleitung durch die Programmpartner: Bundesweite Netzwerktreffen zäh-len ebenso dazu wie Web-Seminare, Themen- und Methodenworkshops.

Aufbau einer Rückgratorganisation für Sorgende Gemeinschaften

Der Verein Bürger für Bürger e.V. übernimmt mit seinem Vorstand die Koordination der Rückgratorganisation für Sorgende Gemeinschaften und bildet eine Geschäftsstelle. Als Projektleiter hat der Verein sein Vorstandsmitglied Bür-germeister Werner Klöckner beauftragt, der zusammen mit dem WEGE-Büro der Verbandsgemeindeverwaltung Daun wesentliche operative und administrative Aufgaben übernimmt. Zu den weiteren Partner gehören u.a. der Caritas-Verband Westeifel e.V., das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Vulkaneifel e.V., die Pfarrgemeinde Daun, die Jugendpflege Daun, die WEGE-Botschafter sowie die Genossenschaft am Pulvermaar – eine Sorgende Gemeinschaft e.G. und Ortsgemeinden.
Alle Netzwerkbeteiligte streben einen Wandel in den Köpfen, Herzen und Händen der Menschen an, ein Prozess der durch den WEGE-Prozess der Verbandsgemeinde Daun bereits erfolgreich begonnen wurde und stetig weiterentwickelt wird. Das Ziel: 2030 hat sich aus einer Besitzstandswahrungsgesellschaft eine Potentialentfaltungsgemeinschaft entwickelt, in welcher sich die Menschen als Subjekte wahrnehmen und nicht mehr als Objekte. An die Stelle ehrenamtlichen Engagements ist eine Gemeinschaft der gegenseitigen Selbstverpflichtung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort getreten. Die Lebensqualität und Lebenszufriedenheit aller Menschen wird stetig gefördert und somit vor allem auch die Bleibeorientierung jüngerer Generationen in ihrer Heimat gestärkt.

Projektpartner:

vgdaun
bundesministerium
bmwstiftung


bertelsmann
generali

körberstiftung

quandtstiftung

robertboschstiftung

 

 

Daten zum Projekt:

19.02.2015
Der Vorstand von Bürger für Bürger beschließt die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb Engagierte Stadt mit dem Beitrag:
Bürger für Bürger e.V. als Rückgratorganisation für Sorgende
Gemeinschaften.

23.02.2015
Bewerbung für den Wettbewerb Engagierte Stadt durch Bürger für Bürger e.V. unter fachlicher Begleitung durch die Verbandsgemeindeverwaltung Daun.

28.04.2015
Bescheid über das Ergebnis des Auswahlverfahrens. Unsere
Bewerbung gehört zu den 55 ausgewählten aus insgesamt 273Teil nehmern. 50 Wettbewerbsbeiträge sollen eine Förderung
erhalten.

18. und 19.06.2015
Teilnahme am Netzwerktreffen in Berlin.

02.07. und 13.07.2015
Workshops in Daun. Inhalt und Ziele der Bewerbung werden mit externer fachlicher Beratung konkretisiert.

20.07.2015
Einreichung der fortgeschriebenen und konkretisierten
Bewerbungsunterlagen.

01.09.2015
Wir erhalten die Mitteilung, dass wir mit unserem
Wettbewerbsbeitrag zu den 50 ausgewählten gehören.

Förderbetrag: 50.000 Euro.

Förderzeitraum: 01.09.2015 bis 31.12.2017.

Projektbeteiligte: Bis jetzt 25 Personen/Kommunen/Institutionen

Ansprechpartner:
Bürger für Bürger e.V., 1. Vorsitzender Gerd Becker
Projektleiter: Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun und Mitglied des Vorstands von Bürger für Bürger e.V.
Administration: Büro Bürger für Bürger e.V. und WEGE-Büro der Verbandsgemeindeverwaltung Daun.