• Fachjury bestätigt die Fortsetzung der Teilnahme am bundesweiten Netzwerkprogramm
  • Unterstützung und Förderung von Strukturen für bürgerschaftliches Engagement vor Ort

Daun 05.09.2017. Der Verein Bürger für Bürger hat es geschafft und nimmt auch 2018/2019 am bundesweiten Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“ teil. Bereits seit 2015 gehörte er zu den 50 ausgewählten Städten in Deutschland, in denen sich gemeinnützige Organisationen, die Kommune und die Wirtschaft gemeinsam vor Ort für bessere Strukturen im bürgerschaftlichen Engagement einsetzen. Dafür erhält Bürger für Bürger auch in den kommenden zwei Jahren eine finanzielle Förderung sowie ein umfangreiches Angebot an professioneller Beratung und Begleitung im Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“.

„Wir freuen uns sehr über die Juryentscheidung und auf die weitere intensive Arbeit mit unseren Partnern hier in der Verbandsgemeinde Daun“, zeigt sich Gerd Becker, Vorsitzender des Vereins Bürger für Bürger, begeistert.

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Alfred Borsch (Ortsbürgermeister Udler) und Stephal Alt (Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Vulkaneifel) unterzeichnen als neueste Mitglieder die gemeinsamen Ziele

Bewerben konnten sich für die Fortführung der Förderung alle 50 Engagierten Städte, die bereits seit 2015 an dem Programm teilgenommen haben. Getroffen hat die Entscheidung eine Jury bestehend aus den Förderpartnern des Netzwerkprogramms „Engagierten Stadt“. Sechs Stiftungen und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördern das Gesamtprogramm bis Ende 2019 mit insgesamt zwei Millionen Euro. Die Besonderheit: Die Fördermittel fließen nicht in einzelne Leuchtturmprojekte. Gefördert wird ausschließlich der Aufbau von Kooperationen und Netzwerken vor Ort. Es geht darum, durch gemeinsames Wirken dauerhafte Strukturen für bürgerschaftliches Engagement zu schaffen, an denen die Kommunen, die gemeinnützigen Organisationen und die Wirtschaft beteiligt sind.

Exkursion interessierter Bürgerinnen und Bürger nach Eichstetten am Kaiserstuhl.

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Die Frage, wie wir es angesichts der demografischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte schaffen können, mit Herz und Verstand das Zusammenleben einer Region zu stärken, wurde in den 90er Jahren bereits in Eichstetten am Kaiserstuhl gestellt. In dem kleinen Ort in der Nähe Freiburgs, eingebettet in eine faszinierende Landschaft inmitten zahlreicher, vom Klima verwöhnter Weinberge, kann man erfahren, wie die Umsetzung wegweisender Ideen gelingen kann. Bereits 1998 gründeten visionäre engagierte Menschen eine Bürgerstiftung, die es sich zur Aufgabe macht, in eigener Initiative den Eichstettern, trotz Pflege- und Unterstützungsbedarf, so lange wie möglich einen Verbleib in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Hierzu wurde seinerzeit das weitsichtige und mutige Motto: „Das Dorf übernimmt den Generationenvertrag“ in die Tat um gesetzt. In der Folge wurde mitten im Ort mit dem Schwanenhof eine architektonisch clevere, barrierefreie und helle Wohnanlage geschaffen, die es Menschen ermöglicht, im Zentrum und somit dem Herzen der Ortsgemeinschaft alt zu werden. Zudem gibt es dort neben einem Bürgerbüro, einem integrativen Tagescafé zahlreiche Betreuungsangebote sowie eine Pflegewohngruppe.

 

ehmes„Ehmes“: Eifeler Platt für „Jemand“. Sein Name ist in aller Munde. Denn nicht selten und nur allzu gerne wird ihm die Verantwortung für viele größere und kleinere Aufgaben in unseren Orten übertragen. „Ehmes mehsst ehs ...“ („Jemand müsste mal ...“), lauten die vermeintlich magischen Worte, mit denen Menschen versuchen, ihn in Aktion zu versetzen. Doch die langjährige systematische Beobachtung zeigt, dass sich der „Ehmes“ nur äußerst selten angesprochen fühlt...

 

Gemeinsam Wirken. Auf dem Weg zur Sorgenden Gemeinschaft

Um Engagement, Eigeninitiative und gegenseitige Unterstützung zu stärken, haben acht Orte in der Verbandsgemeinde Daun begonnen, sich in Sorgende Gemeinschaften zu entwickeln. Sorgende Gemeinschaften sind Orte, in denen

  • sich alle Generationen gegenseitig unterstützen.

  • eine Teilhabe Aller an der Gemeinschaft ermöglicht wird.

  • die Menschen selbstverantwortlich und vorausschauend mitgestalten, organisieren, anpacken und mitdenken.

  • die Menschen Hilfestellungen zum Erhalt des selbstbestimmten Lebens bis ins hohe Alter geben.

Um diesen spannenden Weg vorzubereiten, haben sich engagierte Menschen u.a. aus Boverath, Rengen, Mückeln, Niederstadtfeld, Rengen, Sarmersbach und Üdersdorf kürzlich zu einem ersten intensiven Workshop im Bürgersaal in Boverath zusammengefunden. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit dem Verein Bürger für Bürger e.V. eine Rückgratorganisation für Sorgende Gemeinschaften aufzubauen, die die beteiligten Orte auf Ihrem Weg begleitet und unterstützt. Gefördert wird ihre Arbeit durch das Programm „Engagierte Stadt“.

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 Gemeinsam auf dem Weg in eine Sorgende Gemeinschaft. Erster Workshop in Boverath | Februar 2016

 

 

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Weitere Informationen zum Netzwerkprogramm "Engagierte Stadt" unter:

https://www.engagiertestadt.de/

 

 

Sorgende Gemeinschaften: In der Dauner Region wird die Zukunft unseres Zusammenlebens entwickelt.

Der Verein Bürger für Bürger e.V. wird für ein höchst innovatives Konzept mit einer Förderung im bundesweiten Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“ ausgezeichnet.

logoWie wollen wir künftig zusammenleben, in Zeiten, in denen uns der demographische Wandel vor große Herausforderungen stellt? Wie können wir die Ideen und Potentiale der Menschen vor Ort in einer Weise stärken, fördern und wertschätzen, dass diese sich tatkräftig und mit Begeisterung engagieren? Für viele Menschen, auch im ländlichen Raum der Verbandsgemeinde Daun, wird es immer schwieriger, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können und an einer gewachsenen Gemeinschaft von Jung und Alt teilzuhaben. Zudem verändern sich generationenübergreifende, innerfamiliäre und nachbarliche Strukturen, sodass bewährte Formen der gegenseitigen Hilfe weniger werden.

Was in Daun nun entwickelt und aufgebaut wird, könnte bald auch in ganz Deutschland Modell für ein verändertes Zusammenleben in den ländlichen Regionen werden.