Exkursion interessierter Bürgerinnen und Bürger nach Eichstetten am Kaiserstuhl.

eichstetten 1

Die Frage, wie wir es angesichts der demografischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte schaffen können, mit Herz und Verstand das Zusammenleben einer Region zu stärken, wurde in den 90er Jahren bereits in Eichstetten am Kaiserstuhl gestellt. In dem kleinen Ort in der Nähe Freiburgs, eingebettet in eine faszinierende Landschaft inmitten zahlreicher, vom Klima verwöhnter Weinberge, kann man erfahren, wie die Umsetzung wegweisender Ideen gelingen kann. Bereits 1998 gründeten visionäre engagierte Menschen eine Bürgerstiftung, die es sich zur Aufgabe macht, in eigener Initiative den Eichstettern, trotz Pflege- und Unterstützungsbedarf, so lange wie möglich einen Verbleib in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Hierzu wurde seinerzeit das weitsichtige und mutige Motto: „Das Dorf übernimmt den Generationenvertrag“ in die Tat um gesetzt. In der Folge wurde mitten im Ort mit dem Schwanenhof eine architektonisch clevere, barrierefreie und helle Wohnanlage geschaffen, die es Menschen ermöglicht, im Zentrum und somit dem Herzen der Ortsgemeinschaft alt zu werden. Zudem gibt es dort neben einem Bürgerbüro, einem integrativen Tagescafé zahlreiche Betreuungsangebote sowie eine Pflegewohngruppe.

 

 

Wie werden wir in Zukunft leben? Wie erreichen wir unser Ziel, bis zum Jahr 2030 alle Orte in der Verbandsgemeinde Daun als Sorgende Gemeinschaften weiterzuentwickeln? Wie werden unsere Visionen konkret und greifbar? Die Verbandsgemeinde Duan hatte gemeinsam mit der Genossenschaft am Pulvermaar – eine Sorgende Gemeinschaft eG sowie dem Verein Bürger für Bürger e.V. interessierte Bürgerinnen und Bürger der Exkursion in den Kaiserstuhl eigeladen. Zum Auftakt besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Evangelische Hochschule Freiburg, die als das Zentrum aktueller Forschung zum Fragenkomplex Alter, Gesellschaft und Partizipation gilt. In einem anregenden Vortrag zeichnete die Soziologin Birgit Schuhmacher die Perspektiven einer gesellschaftlichen Entwicklung hin zu Sorgenden Gemeinschaften nach und erläuterte anhand eingehender Beispiele den aktuellen Forschungsstand.

Am nächsten Tag führte der Initiator und Mitbegründer der Bürgergemeinschaft Eichstetten e.V., der ehemalige Bürgermeister Gerhard Kiechle die höchst interessierte und beindruckte eifeler Delegation mit hohem Sachverstand und mit wertvollen Informationen durch den Schwanenhof. Angesichts der Aufgabe, es künftig allen Menschen in der Verbandsgemeinde Daun zu ermöglichen, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können, auch bei Pflege- und Unterstützungsbedarf, konnten viele wichtige Anregungen gesammelt werden.

eichstetten 2

Begrüßung im Eichstetter Rathaus. V.l.n.r.: Eichstetter Bürgermeister Michael Bruder, Karl-Heinz Schlifter und Werner Klöckner

eichstetten 3

Gerhard Kiechle erläutert die Philosophie der Bürgerstiftung Eichstetten

Zum Abschluss der Exkursion hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Ehre, eine außergewöhnliche Führung der in Freiburg lebenden, aus der Eifel stammenden Autorin Ute Bales durch Freiburg zu genießen.

eichstetten 4

Ute Bales zeigt die schöne Stadt Freiburg